Überrascht reagiert die CDU-Fraktion auf die Pressemitteilung, die die SPD in dieser Woche veröffentlich hat. Darin wird unter anderem behauptet, dass der Bürgermeister sich früh genug für eine Kompromisslösung in der Bäderfrage eingesetzt hat.

Heinz Wansing, Vorsitzender der CDU-Fraktion widerspricht dieser Darstellung ganz entschieden. Wansing: „Diese Behauptung ist falsch. Der SPD-Vorsitzende Wolf betont ja sogar, dass sich der Bürgermeister seit Ende Januar um einen Kompromiss bemüht. Und genau das ist ja unser Vorwurf. Im Januar war es dafür bereits viel zu spät. Da war das Kind bereits sprichwörtlich in den Brunnen gefallen. Spätestens mit der Vorlage des Bedarfsermittlungsgutachtens und dem daraus resultierenden Bäderkonzeptes hätte der Bürgermeister mit allen Beteiligten an einer einvernehmlichen Lösung für ganz Dinslaken arbeiten müssen. Statt dessen hat er sich nur die Interessen der Hiesfelder zu eigen gemacht und die Anliegen der schwimmsporttreibenden Vereine gänzlich ignoriert. Selbst die Einladung der Schwimmvereine zu einem Meinungsaustausch am 1. Dez. im DINamare wurde vom Bürgermeister nicht angenommen. Wenn jetzt der Eindruck erweckt werden soll, dass der Bürgermeister der Vermittler sei, der mit einem sogenannten Kompromissvorschlag alles wieder gut macht, ist das geradezu lächerlich. Vielmehr versucht der Bürgermeister die Scherben von dem Geschirr aufzusammeln, das er selbst zerdeppert hat.“

Auch dem Vorwurf, dass die CDU als „Spaltpilz“ in der Bevölkerung agiert hat und sich der Verantwortung in der Ratssitzung entzogen hat, weil man an der Abstimmung über die Sanierung der Freibades Hiesfeld nicht teilgenommen hat, tritt Wansing entschieden entgegen: „Hier werden wieder Behauptungen aufgestellt, die keines Falls zutreffend sind. Fakt ist: die Stadtwerke haben einen finanziellen Rahmen vorgegeben, der es ermöglicht eine Investition zu tätigen, ohne dass mittelfristig die Ausschüttungssumme der Stadtwerke an die Stadt Dinslaken gefährdet ist. Auch würde eine Investition in diesem Rahmen keinerlei Steuererhöhungen seitens der Stadt nach sich ziehen. Aufgrund der Konfliktlage innerhalb der Bevölkerung, ist die CDU-Fraktion der festen Überzeugung, dass eine Entscheidung durch die Bürgerinnen und Bürger (Ratsbürgerentscheid) deutlich besser gewesen wäre. Die SPD-Arroganz zu sagen: ‚Wir wissen es besser als die Bürger‘, ist schon unerträglich. Bei einem Ratsbürgerentscheid hätten die Bürger dieser Stadt die Entscheidung selbst getroffen, an welcher Stelle die Stadt bzw. die Stadtwerke in der Bäderfrage investieren soll. Es ist für uns auch eine Frage der Wertschätzung gegenüber dem Bürger die Wahl in einer so emotionalen Situation in seine Hände zu legen. Nur deshalb hat die CDU an der Abstimmung nicht teilgenommen.“

Der CDU vorzuwerfen sie bekämpfe das Freibad Hiesfeld setzt den falschen Behauptungen des Herrn Wolf allerdings die Krone auf, meint Rainer Hagenkötter, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands. Hagenkötter: „ Die CDU hat das Freibad stets gefördert und unterstützt. Heinz Wansing beispielsweise ist seit über 10 Jahren überzeugtes Mitglied im Freibadverein. Wenn aber nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, muss man in der Politik die Entscheidung treffen die man aus rein sachlichen Gründen für die richtige hält um ein Problem zu lösen. Das Problem der Unterdeckung an Schwimmflächen für die Schulen, den Sport, die Vereine und die Freizeitschwimmer können wir einfach in Hiesfeld nicht lösen. Das Ansinnen das ursprüngliche Freibad durch ein Bürgerbegehren annähernd zu verdoppeln und mit einer Traglufthalle zu versehen, kann unsere Unterstützung nicht finden. Ein solches Monstrum wäre eine Verschandelung der Landschaft.“


Infobrief von Marie-Luise Fasse aus dem Landtag NRW

Ausgabe "Schwarz auf Weiss" von Sabine Weiss aus Berlin

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